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Kohlmarkt 18 – Das Dreiläuferhaus und die Familie Wetzlar

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Auf der geraden Straßenseite, ganz am Ende Richtung Graben, stand einst das sogenannte Dreiläuferhaus – benannt nach den „Läufern“, deren Aufgabe es war, Sänften vorauszulaufen und die Passanten lautstark zur Seite zu rufen. Ein vergleichbares Dreiläuferhaus steht heute noch, allerdings an ganz anderer Stelle, auf der Alser Straße.

Das Kohlmarkter Dreiläuferhaus gehörte Karl Wetzlar von Blankenstern, einem sogenannten Hofjuden – Juden, die unter dem persönlichen Schutz des Kaisers standen und dem Kaiserhaus, in einer Zeit lange vor der vollen rechtlichen Gleichstellung 1867, immer wieder große Summen vorstreckten. Wetzlar war zugleich ein bedeutender Förderer Mozarts, ebenso wie später sein Sohn Raimund, der dem Komponisten wiederholt Geld lieh, ihm die Wohnung auf Kohlmarkt 7 zur Verfügung stellte und als Taufpate für Mozarts ältesten, sehr früh verstorbenen Sohn fungierte – der deshalb den Namen Raimund erhielt.

Eine der Wetzlar-Töchter heiratete in die Familie Triangi ein. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Dreiläuferhaus schließlich abgerissen. An seiner Stelle entstand, im Auftrag der Schneiderfirma Goldman & Salatsch und nach Plänen des damals fortschrittlichsten Architekten Wiens, ein Neubau, der als einer der größten Architekturskandale der Stadt in die Geschichte einging: das Looshaus am Michaelerplatz.